Marketingtexte leichter schreiben – Keine Angst vor'm weissen Blatt

Irene Waltz-OppertshäuserBessere Marketingtexte schreiben

oder Was tun wenn gar nichts weitergeht?

Hier sind neun Ideen, die mir helfen, wenn ich bei Marketingtexten, Blogposts, Webseitentexten, Angeboten oder ähnlichem feststecke. Vielleicht helfen sie dir auch.

Schreibblockade

Grundlegendes zum Schreiben
1. Ein Schritt zurück

Wenn mir nichts einfällt, hat das meistens einen Grund.

Anstatt wie früher mit grummeligen Gefühl im Bauch auf den Bildschirm zu starren oder mich auf Facebook zu flüchten, schaue ich mir die Sache näher an.

Habe ich eigentlich die wichtigsten Fragen beantwortet?

  • Was will ich eigentlich genau sagen?
  • Was soll mein Leser mitnehmen? und
  • An wen schreibe ich überhaupt?

Wenn mir das noch nicht klar ist, ist es auch kein Wunder, dass nichts weiter geht. Da hilft dann Punkt 4.

2. Über mich schreiben können andere besser

Für meine eigenen Profiltexte habe ich schon acht und mehr Stunden an einem Dreizeiler verbracht. Effektiv ist das nicht.

Bei Texten über mich steckt nämlich oft die alte Sorge meiner Oma dahinter:

Was sollen denn die Leute denken? Ich will ja schließlich gut dastehen, klug und smart und professionell erscheinen usw. Das fördert nicht gerade die Kreativität.

Inzwischen weiss ich: Mir fehlt der Abstand. Stichpunkte müssen erstmal genügen, dann suche ich mir Hilfe.

3. Ein Marketingtext muss sich entfalten

Meine ersten Seminararbeiten an der Uni habe ich alle in einer Nacht geschrieben, nachdem ich zwei Wochen gebrütet hatte.

Inzwischen weiss ich: Meine Marketingtexte müssen reifen. Sie werden besser, wenn ich ihnen etwas Zeit gebe. Ich brauche mir also gar nicht so viel Stress zu machen.

Heute plane ich von vornherein mehrere Durchgänge ein.

leichter schreiben

Praktisches zum Schreiben:
4. Alles mal ausschütten

Mein 6jähriger Sohn schüttet gerne mal die große Legokiste auf dem Boden aus. Meist ist er ganz begeistert, was da alles zutage tritt.

Mein Kopf kommt mir manchmal auch so vor. Da schwirren alle möglichen Gedanken, Ideen und Fragmente herum, alles sieht bunt und verlockend aus, aber nichts ist greifbar.

Da hilft mir, alles mal auszukippen und als Mindmap auf’s Papier zu bringen. Und auf einmal ist da Material für 10 Texte statt für einen.

5. Ein Gerüst bauen

Für Texttypen, die immer wieder kommen, hilft mir ein Gerüst ungemein. Für Produktbeschreibungen z.B. so:

  • Was ist der Schmerz / das Problem / der Wunsch / das Bedürfnis / die Sehnsucht meines Kunden?
  • Was hat sich für ihn verändert, wenn er mein Produkt / meinen Service benutzt hat?
  • Wie geht das genau?
  • Welche Beweise habe ich, dass es funktioniert?
  • Und was soll er jetzt tun, wenn er überzeugt ist?

Die Punkte fülle ich nach und nach mit Antworten und so entsteht der erste Entwurf.

6. Mit dem Einfachsten beginnen

Wer sagt denn eigentlich, dass man Texte von A bis Z schreiben muss?

Ich fange immer häufiger in der Mitte an und arbeite mich nach außen vor. Da sind die Gedanken, die schon ausgereift sind. Fragmente, die ich schon beim Schulbrote schmieren formuliert habe.

Anstatt am ersten Satz hängen zu bleiben, arbeite ich am Kern der Geschichte. Und nicht selten formiert sich der Einstieg dann von selbst.

7. Den Einstieg zuletzt schreiben

Die Startseite für die Webseite, die Überschrift, der erste Absatz – all das ist viel leichter zu schreiben, wenn der Haupttext schon steht.

Dann ist nämlich auch klar, welchen Schwerpunkt der Marketingtext hat. Und der findet sich häufig erst beim schreiben.

Wenn ich nicht sicher bin, schreibe ich Varianten auf. Drei bis fünf Headlines, zwei bis drei Einstiegssätze. In der nächsten Runde zeigt sich dann häufig der Favorit.

8. Volle Konzentration voraus

Wenn die Zeit drängt, gibt es für mich nichts Besseres als die „Power Hour“.

50 Minuten volle Konzentration. Kein Telefon. Kein Facebook checken. Keine E-Mails nachschauen. Auch nicht mal schnell was recherchieren. Nicht aufstehen, um ein Glas Wasser zu holen oder aufs Klo zu gehen.

Nur am Text arbeiten.

Danach aufstehen, etwas anderes machen, telefonieren, laufen gehen, und dann die nächste Runde.

Mehr als drei solcher Power Hours schaffe ich nie an einem Tag.

Und jedes mal bin ich überrascht, wie viel ich in so kurzer Zeit hinbekomme.

Wem das noch zu viel erscheint, der kann mit 20 oder 30 Minuten anfangen. Funktioniert genauso gut.

9. Die Zeit beschränken

Will ich wirklich acht Stunden mit einem Dreizeiler verbringen? Sicher nicht.

Wenn ich mir selbst ein Limit setze – z.B. 3 x 30 Minuten für einen Text, dann muss das eben reichen. Es bewahrt mich davor, in luftige Höhen abzudriften und Details zu optimieren, die außer mir niemand sieht.

Denn in den allermeisten Fällen gilt:

Gut genug ist einfach gut genug.

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Irene Waltz-Oppertshäuser - digitales Marketing berlin

Irene Waltz-Oppertshäuser ist Partnerin bei Die Marketinghelfer Agentur für digitales Marketing in Berlin.

Irene lebt und arbeitet in Berlin.

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