Webseiten Trends 2017: Sicher, Mobil und Nutzerfreundlich

Martin U WaltzWebseiten

webseiten trends 2017 webseite erstellen

Was sind die Webseiten Trends 2017? Wie werden sich Webseiten verändern? Worauf müssen Webmaster 2017 achten? Wir sehen 3 grosse Trends für Webseiten: Sicherheit, Mobilität und Nutzerfahrung. Hierzu haben wir 4 handlungsorientierte Tipps

1. Sicherheit: Webseite auf https umstellen

Https steht für HyperText Transfer Protocol Secure. Es bedeutet:

  • Ein anerkanntes Zertifikat wird auf deinem Server installiert, der die Webseite hostet.
  • Der Datenverkehr zwischen Webserver und Nutzer wird verschlüsselt.
  • Alle Ressourcen der Webseite werden sicher geladen.

Das bedeutet, niemand kann den Dialog zwischen Nutzer und Webseite belauschen und es kann sich auch niemand dazwischen schalten („man in the middle attack“).

Bereits heute findet über 50% des Datenverkehrs auf Desktop Rechnern über https statt. Ab 2017 wird Google beginnen, Webseiten die nicht auf https laufen, im Chrome Browser als unsicher zu kennzeichnen. In der letzten Ausbaustufe wird das so aussehen:

Chrome webseite insecure webseiten trends 2017

© Chrome Blog

Man kann sich leicht vorstellen, wie eine solche Warnung vom Besuch einer Webseite abschrecken wird. Gegenwärtig bringt die Umstellung auf https einen leichten Ranking Vorteil, zukünftig wird daraus ein deutlicher Nachteil für unverschlüsselte Webseiten werden. Hier findest du mehr Information zur Umstellung deiner Webseite auf https.

2. Mobilität: Mobile First SEO – Mobile First Websites

Mobiles Design ist kein neuer Web Trend 2017. Über 50% des Datenverkehrs im Internet finden mittlerweile mobil statt. Und mobil bedeutet Smartphone. Google hat im November 2016 die Umstellung auf einen mobile first Index angekündigt. Und das ist eine dramatische Veränderung. Das bedeutet für die Darstellung der Suchergebnisse zählt zuerst die mobile Seite. Die mobile Seite ist nicht mehr das Spielbein, während die komplexe stationäre Seite alle SEO Aufgaben übernimmt. Jetzt kommt es tatsächlich zuerst auf die mobile Version der Webseite an.

Wenn die mobile und die stationäre Webseite sich unterscheiden, dann sollten Webmaster die folgenden Schritte unternehmen:

  • Inhalte und Markup der beiden Webseiten Versionen angleichen
  • robots.txt der mobilen Seite auf Erreichbarkeit für den Google Bot prüfen
  • Mobile Version mit Sitemap bei der Google Search Console einreichen

Webmaster müssen sicherstellen, dass die mobile Webseite die gleichen Informationen wie stationäre Webseite enthält.

Webseiten Trends 2017: Sicherheit, Mobilität und Nutzererfahrung

3. Mobilität: AMP kommt

Was ist AMP? AMP steht für Accelerated Mobile Pages. Es ist ein neuer Webseiten Standard für mobile Webseiten.

AMP Webseiten laden schnell auf mobilen Endgeräten. Die hohe Ladegeschwindigkeit wird durch ein extrem reduziertes Layout erreicht.

Organisatorisch ist AMP ist eine Open Source Initiative, die massiv durch Google unterstützt wird. Zu keinem anderen Thema hat Google in den letzten Monaten in seinem Webmaster Blog so viel geschrieben wie zum Thema AMP.

Validierte AMP Seiten speichert Google im eigenem Cache. Die Ladegeschwindigkeit dieser Seiten ist extrem hoch. Google kennzeichnet AMP Ergebnisse in den mobilen Suchergebnissen.

AMP ist die gesteigerte Form von „mobil geeignet“. Mobile responsive bedeutet, eine Seite wird les- und nutzbar auf einem mobilen Endgerät dargestellt. AMP beutet „mobil geeignet“ plus Tempo.

AMP eignet sich besonders für Nachrichten, Blogposts und jede relativ einfach strukturierte Seite.  Wer mit einem modernen CMS wie WordPress arbeitet, kann AMP Seiten automatisiert über ein Plugin erzeugen.

AMP stellt einige Herausforderungen an Webmaster

  • Eine AMP Seite muss fehlerfrei sein, damit sie in den Google Cache aufgenommen wird.
  • Gute funktionierende AMP Seiten setzen auf im Design bereits deutlich reduzierte Webseiten auf.
  • Der Update Prozess von AMP Seiten ist aufwändiger, da nicht nur die eigene Seite sondern auch der Google Cache aktualisiert werden muss.

Wird AMP sich durchsetzen? Das ist noch offen. Nicht alles, was Google forciert, wird Standard. Ladezeiten im mobilen Web sind jedoch ein wichtiges Thema. Und der andere Internet Gigant Facebook geht mit seinen Instant Articles in genau die gleiche Richtung.

4. Nutzererfahrung: Mobile Pop-ups und Interstitials reduzieren

Pop-ups und Interstitials bewegen sich über die lesbare Oberfläche einer Webseite. Sie enthalten entweder Werbung oder Konversionselemente mit Call-to-action (z.B. „Abonniere unseren Newsletter“). Auf Desktop Browsern schränken Pop-ups und Interstitials die Sichtbarkeit des Inhaltes ein. Auf mobilen Geräten wird der tatsächliche Inhalt oft unlesbar. Das sieht dann so aus:

Interstitials Webseiten Trends 2017

störendes Interstitial © Google Webmaster Blog

Dieser Form der Pop-ups und Interstitials auf mobilen Geräten hat Google den Kampf erklärt. Ab dem 10. Januar 2017 werden Webseiten mit störenden Pop-ups und Interstitials mit einem negativen Rankingfaktor versehen.

Ausgenommen von dieser Regel sind Hinweise zu Cookie Nutzung, rechtlich notwendige Hinweise wie Altersabfragen oder Banner, die sich nur über einen „angemessen“ Teil des mobilen Bildschirms erstrecken.

Ebenso weist Google daraufhin, dass dies nur einer von vielen Rankingfaktoren sei, sprich auch Seiten mit störenden Interstitials weiterhin gut ranken können.

Das mobile Ranking ist natürlich besonders bedeutsam. Wie erwähnt wird der mobile Index der führende Index bei Google.

Fazit: To Do Liste für Webmaster 2017

Die Umstellung auf https in 2017 erscheint uns als zwingend. Hier geht es nicht nur um SEO Vorteile beim Ranking. Wichtiger noch ist es, zunehmende Diskriminierung von unverschlüsselten Webseiten und Abmahnungen zu vermeiden.

Jeder Webmaster, der auf Besucher von Suchmaschinen setzt, wird sich mit dem Thema mobile Webseite beschäftigen. Es reicht nicht mehr, eine reduzierte mobile Webseite anzubieten. Ziel ist es nun, alle (Ranking-)relevanten Informationen auch mobil zur Verfügung zu stellen. Die Herausforderung ist es, die mobile Webseite im Angebot zu erweitern und gleichzeitig mobiler Ergonomie und hohe Ladegeschwindigkeit beizubehalten. Wer jetzt eine neue Webseite erstellen lässt oder den Relaunch einer Webseite plant, ist gut beraten eine mobile first Website zu entwickeln.

Das Reduzieren von Pop-ups und Interstitials ist empfehlenswert für jeden, der Wert auf ein gutes Ranking bei Google liegt. Die Umsetzung ist schnell und einfach.

AMP Webseiten zusätzlich bereitzustellen ist aus unserer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt nice-to-have.  Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich AMP als neuer Standard 2017 durchsetzt. Und dann werden AMP Webseiten auch für jeden Webmaster zum Thema.

Wir halten dich auf dem Laufenden.


Martin U Waltz  ist Partner bei Marketinghelfer Agentur für digitales Marketing in Berlin. Martin lebt und arbeitet in Berlin.

Sharing is Caring